tanz digital

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12 geförderte Projekte // tanz digital 2021

cie.toula limnaios

Die cie.toula limnaios ist ein Ensemble für zeitgenössischen Tanz, das 1996 von Toula Limnaios und Ralf R. Ollertz gegründet wurde. Mit ca. 60-70 Aufführungen pro Jahr und einer kontinuierlichen Ensemblearbeit von hoher Qualität ist es heute eines der erfolgreichsten Ensembles für zeitgenössischen Tanz und fungiert seit 2005 als Kulturbotschafter für das Goethe-Institut und das Auswärtige Amt. Die cie. toula limnaios zeigt Tanz, der sich wach, kritisch und mutig um die Menschen bemüht, von und für Menschen gemacht. ©cyan

Company Christoph Winkler

Christoph Winkler gilt als einer der profiliertesten und vielseitigsten Choreografen Deutschlands. Ausgehend von einer engen lokalen Bindung an die Berliner Tanz und Theaterszene entwickelt er eine Vielzahl unterschiedlicher Formate und Produktionen für sehr verschiedene Orte, Kompanien und Institutionen. Unter dem Dach der „Company Christoph Winkler“ bringt er Tänzer*innen aus allen Teilen der Welt zusammen um als temporäre Kollektive an einem weiten, inhaltlichen Spektrum zusammenzuarbeiten.

deufert&plischke

Die Arbeiten und Projekte des Künstlerzwillings deufert&plischke reichen über den Rahmen von Tanz und Theater hinaus, indem sie sich mit individueller Teilhabe und dem sozialen Alltag im künstlerischen Geschehen beschäftigen. So lädt die als offenes Atelier konzipierte „Spinnerei Schwelm“ Menschen vor Ort, Kolleg:innen und internationale Gäste ein, künstlerische Praxis als gemeinschaftlichen Prozess zu erleben und zu gestalten. Mit „Anarchiv Tanz“ soll demnächst zusätzlich ein partizipativer Kunstraum und ein lebendiges Archiv entstehen, die sich aktiv mit der Körperlichkeit und Vielschichtigkeit lebendiger Archive auseinandersetzen. Das integrative Projekt „A Worn World“ untersucht in den kommenden drei Jahren gemeinsam mit lokalen Communities die symbolische, persönliche und gesellschaftliche Bedeutung von Kleidung und führt die lokalspezifische Arbeit von deufert&plischke an verschiedenen Orten der Welt fort.

dock11

DOCK 11 EDEN***** verbindet an zwei Standorten in Berlin räumlich und strukturell die Bereiche Produktion, Pädagogik und Präsentation im zeitgenössischen Tanz und bietet Kurse für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, für Anfänger*innen und professionelle Tänzer*innen an. Im Theater findet wöchentlich wechselnd ein qualitativ hochwertiges internationales Bühnenprogramm mit Schwerpunkt Tanz statt. Zum internationalen Tanzfilmfestival POOL reichen jährlich weit über 600 Filmkünstler*innen ihre Beträge ein. Weitere Festival sind u.a. MASH Dance Jerusalem, B12, SoundDance, PLATAFORMA und SpeeDance.  Im DOCK 11 EDEN***** produzierten bis heute mehr als 350 nationale und internationale Künstler*innen und Kompanien. Von 2020-23 erhält DOCK 11 die Konzeptförderung vom Berliner Senat. ©BarbaraDietl

Freak de L’Afrique

Das seit 2012 gewachsene mehrheitlich Schwarze Künstlerkollektiv Freak de L’Afrique ist bekannt für seine angesagten und innovativen Beiträge zur Musik und Kunstszene in Berlin und auch außerhalb. In der Folge feierte das Team national sowie international große Erfolge durch diverse Veranstaltungsreihen, Workshops und Konzerte. Sie setzen seit 2016 besonders mit den angesagten Veranstaltungsreihen Cirque de L’Afrique, Bantus Diary und The Afro House Xperience neue Maßstäbe im Bereich Afro Sounds und afrikanischer Tanzkultur. Neben der erfolgreichen Umsetzung von Projekten liegt der Fokus des Kollektivs auf der Förderung von Vielfalt, Kreativität, Toleranz und dem Abbau von veralteten Afrikabildern in unserer Gesellschaft. Durch die Verbindung von Kultur und Technologie verbreitet Freak de L'Afrique kontinuierlich einen vorausschauenden, unerwarteten, manchmal provokativen, aber vor allem positiven Lebensstil. Im Rahmen von tanz digital kooperiert Freak de L’Afrique mit Selim Harbi, INVR und One Vibe Dance Studio, um eine virtuelle Version der Tanzshow Wena! JAME zu entwickeln, Wena JAME VR. ©JenniferTuffour

Hessisches Staatsballett

Das Hessische Staatsballett (HSB) ist die Tanzkompanie des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden und Staatstheaters Darmstadt. Das 28-köpfige Ensemble erarbeitet zusammen mit Ballettdirektor Bruno Heynderickx, Hauschoreograf Tim Plegge und namhaften Gastchoreograf*innen pro Spielzeit eine Vielzahl von Stücken - vom Handlungsballett bis zur experimentelleren Form. Neben hochrangigen Gastspielen und einem vielfältigen Residenzprogramm, ist das HSB Kooperationspartner der Tanzplattform Rhein-Main und Mitorganisator des alljährlich stattfindenden Tanzfestivals Rhein-Main. Im Rahmen von tanz digital kooperiert das HSB für das Projekt „Memory Lapse“ mit dem in Frankfurt am Main lebenden Choreografen, Tanzpädagogen und Projektinnovator Jason Jacobs, der am Schnittpunkt von analoger und digitaler Tanzvermittlung tätig ist. ©De-DaProductions

Katja Erfurth

Das Albert-Theater Dresden, in dem u.a. Wigman und Hoyer tanzten, existiert in der realen Welt nicht mehr. Die Tänzerin und Choreographin Katja Erfurth entwirft gemeinsam mit dem Komponisten und Regisseur Helmut Oehring, dem Videokünstler und Produzenten Torsten Ottersberg (GOGH smp STUDIO) sowie dem Geiger Florian Mayer dreidimensionale Räume und Verbindungen, die den nicht mehr existenten Theaterraum und seine immaterielle Vergangenheit virtuell imaginieren. Die archäologische Spurensuche zielt darauf, die vielgestaltigen Schichtungen in ihrer Komplexität zu visualisieren und historische Materialien mit zeitgenössischer tanzkünstlerischer Auseinandersetzung zu überlagern. Das Deutsche Tanzarchiv Köln ist für zwischenORT Kooperationspartner. ©VolkerMetzler

LOT-Theater

Das LOT-Theater in Braunschweig ist Gastspielhaus für Freies Theater in Niedersachsen und Veranstaltungsort für die regionale Kulturszene. Als Ort für zeitgenössische Theaterformen bietet es freien Gruppen und talentiertem Nachwuchs Produktions- und Präsentationsmöglichkeiten. Das LOT-Theater versteht sich als eine Plattform für neue Entwicklungen in den Bereichen Theater, Tanz, Musik und Performance.

Max Levy Choreographic Works

Born in Tokyo, Max Levy completed his training at the prestigious San Francisco Ballet, performing with American Repertory Ballet, Charlotte Ballet, and Ballett Staatstheater Nürnerg before beginning an independent career in 2017 with Max Levy Choreographic Works. Levy's creations focus on the obscure, fantastic, and indescribable, attempting to emulate the questions of life through movement and performance. His meditative yet athletic approach to choreography instills a mixture of focus and sensitivity, bridging physical research to human needs and human emotion. Levy bases out of Frankfurt am Main, collaborating with other regional and international artists, musicians, and performers. ©AndreasWeidmann

Michael Douglas Kollektiv

Zusammenarbeit und kollektiver Schaffensprozess sind Schlüsselbegriffe der Arbeit des MD Kollektivs. Die Künstler*innen kollaborieren mit Expert*innen aus den Bereichen Architektur, urbaner Tanz, Digitale Media und Konfliktmediation und kreieren mit ihnen gemeinsam künstlerische Arbeiten. Ihre “Handschrift” ist ein kollaborativer Prozess, der ein vielfältiges Repertoire an Performances hervorgebracht hat, die die gemeinsame Leidenschaft des Kollektivs für Tanz und Dialog verkörpern. Neben ihren Bühnenauftritten bieten sie choreographierte Dialoge mit verschiedenen Gruppen und Gemeinschaften und kreative Workshop-Programme. ©Michael Maurissens

Saša Asentić & Collaborators

Saša Asentić ist Choreograf und Kulturarbeiter. Seit 1999 schaffen Saša Asentić & Collaborators Bedingungen, in denen Künstler*innen mit Behinderungen die künstlerische Leitung übernehmen und ihre eigene künstlerische Vision und Positionierung einnehmen. Dabei werden zugängliche und barrierearme Kulturprogramme für ein diverses Publikum entwickelt. Gleichberechtigung und Zugang sind die Prinzipien der künstlerisch-aktivistischen Arbeit. So sind zahlreiche “disability-led” performances, Ausstellungen, Filme und Bücher entstanden und in relevanten Kontexten und Festivals präsentiert worden. ©HannahMarquardt

Tanzcompagnie Süderelbe

Die Tanzcompagnie Süderelbe wurde von der Tänzerin Wiebke Heinrich im Jahr 2013 gegründet. In Kooperation mit Vereinen und Initiativen leistet diese einen kulturellen Beitrag im Süden von Hamburg. Kinder und Jugendliche  lernen Tanz, als darstellende Kunst kennen und erschaffen jährlich eine Theateraufführung zusammen mit verschiedenen Künstlern. Die Tanzcompagnie Süderelbe schaffte es erfolgreich Geflüchtete und Nicht-Geflüchtete zusammen zu bringen und konnte einige Vorurteile und Berührungsängste abbauen. Seit März 2020 konzentrieren sich die Projekte auf das Medium Film.©Thomas Bünning

Jury

Philipp Contag-Lada

 

Philipp Contag-Lada arbeitet seit über 20 Jahren als Medienkünstler an zahlreichen Theatern und Galerien in ganz Europa und unterrichtet an mehreren Hochschulen Medienkunst.

Für seine technischen und ästhetischen Innovationen wurde er mehrfach mit Preisen ausgezeichnet. Er berät außerdem Theater beim Aufbau von Abteilungen, die sich mit Video und Multimedia auseinandersetzen.

Alexandra Georgieva

Alexandra Georgieva ist seit 2018 Ballettdirektorin des Friedrichstadt-Palast Berlin. Sie erhielt ihre Ausbildung an der Staatlichen Ballett- und Choreographie-Schule Sofia, die sie 1985 als staatlich geprüfte Bühnentänzerin abschloss. Nach einem Praktikum an der Staatsoper Sofia und einem Engagement am dortigen Staats-Musical-Theater, kam sie 1990 als Tänzerin an den Palast in Berlin und übernahm nach nur sechs Monaten ihre erste Solo-Partie. Berufsbegleitend absolvierte sie ihre tanzpädagogische Ausbildung.

Im Jahr 2008 beendete sie ihre Karriere als Tänzerin und übernahm die Leitung des weltweit einmaligen Ballettensembles. Zudem engagiert sie sich ehrenamtlich u. a. für den Deutschen Tanzpreis, die Dell'Era-Gedächtnis-Stiftung und die Bundesdeutsche Ballett- und Tanztheaterdirektor:innen-Konferenz.
© Bernd Brundert

Ina Göring

Ina hat während und nach ihrem Studium an der Filmuniversität Babelsberg als Produzentin, Produktionsleiterin und Regisseurin in der Film-, Fernseh- und Animationsfilmbranche gearbeitet. Anschließend war sie mehrere Jahre im Medien-Team der Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) tätig. Zuletzt war Ina als Referentin im Geschäftsbereich New-Media-Förderung für das Medienboard Berlin-Brandenburg aktiv. Hierbei war sie für die Förderprogramme „Innovative Audiovisuelle Inhalte“ (Förderung von Games, VR- u. AR-Projekten) sowie "Standortmaßnahmen" (Veranstaltungen) zuständig. Beim game ist Ina im Team von Maren Ansprechpartner für alle Fragen zur Games-Förderung und unterstützt die Regionalvertretungen bei ihrer Arbeit.

Florian Jenett

Seit 2016 ist Florian Jenett Professor für Medieninformatik im Fachbereich Gestaltung an der Hochschule Mainz - University of Applied Sciences. Er ist Mitbegründer der Ausstellungs- und Produktionsplattform basis e.V., Frankfurt, und hat viele Jahre an Processing mitgearbeitet, einem internationalen Open-Source-Projekt zur gestalterischen Arbeit mit Programmiercode. Jenett ist zudem Mitglied im NODE – Verein zur Förderung digitaler Kultur. Seit 2010 forscht er für die Motion Bank, die er seit 2014 zusammen mit Scott deLahunta leitet und die seit 2017 an der Hochschule Mainz beheimatet ist.

© Vanessa Liebler

Helge Letonja

Helge Letonja ist Choreograf, Festival- und Projektentwickler, Tanzproduzent,  -veranstalter, und  -dozent und seit über 20 Jahren Künstlerischer Leiter und Geschäftsführer von steptext dance project Bremen. Nach seiner Ausbildung in klassischem und zeitgenössischem Tanz führte ihn seine internationale Tänzerlaufbahn u.a. ans Bremer Tanztheater zu Susanne Linke. Dort gründete er steptext 1996 als freischaffende Kompanie und choreografierte seither rund 40 im In- und Ausland präsentierte Tanzstücke. 2003 gehörte er zu den Konzeptentwicklern und Gründern der Schwankhalle Bremen. Er engagiert sich in vielfältigen institutionellen wie auch künstlerischen Kooperationen für die regionale und internationale Entwicklung des Tanzes, erschließt ihn als Mittler kultureller Diversität, gesellschaftlicher Teilhabe, interdisziplinärer Kunst und Forschung. 

Claudia Rosiny

Claudia Rosiny ist seit 2021 Verantwortliche für die Darstellenden Künste im Bundesamt für Kultur, Bern, zuvor ab 2012 zuständig für Tanz und Theater. Daneben unterrichtet und publiziert sie, u.a.: Tanz Film, Intermediale Beziehungen zwischen Mediengeschichte und moderner Tanzästhetik, Bielefeld: transcript 2013, Zeitgenössischer Tanz. Körper, Konzepte, Kulturen, Bielefeld: transcript 2007. Sie studierte Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft in Köln und Amsterdam und promovierte an der Universität Bern mit einer Arbeit über Videotanz. Von 1991 bis 2007 leitete sie die Berner Tanztage und baute von 1998 bis 2007 ein Forum für Medien und Gestaltung im Kornhaus Bern auf. Nach einem Stipendienaufenthalt 2008-2009 in New York City war sie von 2009 bis 2012 Beraterin und Projektleiterin im Schweizer Tanzarchiv, heute SAPA (Schweizer Archiv der Darstellenden Künste). © Adrian Moser

Dieter Schneider

 

Dieter Schneider arbeitete als Radakteur, Autor und Produzent für ZDF, 3sat und ARTE. Von 2012 bis 2017 leitete der die Redaktion Theater, Pop, Event/ARTE im ZDF, ab 2017 die Redaktion Kultur/Musik/ARTE im ZDF, seit 2020 als stellvertretender Leiter.

Förderprogramm Tanz Digital: Virtuelles und interaktives Forum für Tanz

Ausgangspunkte: Von der Bühne in die Online-Welt


In der aktuellen Situation entstehen zahllose Streaming-Angebote, in denen Theater und Tanz auf sich aufmerksam machen. Allerdings zumeist nur als gefilmtes Bühnenereignis, mitunter als TV-Fassung der Stücke, welche auch bei hoher Qualität die Betrachter*innen sehnsüchtig-schmerzvoll das Live-Erlebnis vermissen lassen. Zugleich zeigen viele Beispiele, dass in diesen künstlerischen und medialen Produktionen ein hohes Potential für Weiterentwicklung und Innovation gegeben ist, z.B. in für neue Aufnahmetechniken entwickelte Choreografien, spezifische Erzählweisen und neue Perspektiven auf das Bühnengeschehen oder auch speziell für die Online-Welt geschaffenen Produktionen und Präsentationsformen.
Vom lokalen Publikum zur vernetzten Tanz-Community


Das Abonnenten-Publikum in den Theatern wird zunehmend älter. Junges Publikum ist für die bestehenden Abo-Angebote kaum zu gewinnen. In einer Verbindung aber von Live-Tanzaufführungen und Online-Angeboten könnte eine Perspektive liegen. Online-Angebote der Theater sprechen ein junges Publikum auf anderen Plattformen an, das online-Erlebnis von Tanz weckt das Interesse an Live-Angeboten – in der eigenen Stadt oder in touristischen Destinationen.
Mit Streaming und Games-Anwendungen können neue Zielgruppen und Publika für Tanz erreicht werden. Insbesondere jugendliche Nutzer*innen, für die das Internet nicht nur Medienkonsum, sondern kreative Spielewelt, Chatroom und soziales Netzwerk bedeutet, werden angesprochen.
Als Kunstform ohne Sprachbarriere erreicht Tanz ein internationales Publikum, in Europa wie auch – insbesondere derzeit – im asiatischen und amerikanischen Raum.



Aktueller Tanz im Kontext der Tanzgeschichte

Anders als in der Bildenden Kunst erlebt das Publikum Tanz nur im Moment der Aufführung. Vielfach fehlen damit Kontext und künstlerische Bezüge zu anderen Werken, wie sie in der Tanzentwicklung von der Klassik über die Moderne bis zum zeitgenössischen Tanz oftmals von großer Bedeutung sind. Für eine digitale Präsenz kann daher die Ko-Präsenz von aktuellen audiovisuellen Dokumenten des Tanzes mit Dokumenten aus der Tanzentwicklung von großem Gewinn für das Publikum sein.

Das Publikum erhält damit auch ein Schaufenster in die Archive des Tanzes und die Tanzentwicklung, die Archive werden zu Mitgestaltern der digitalen Präsenz des Tanzes und die digitalen Technologien führen zu neuen Methoden der Archivierung.



Der Ansatz

Wir wollen Tanz zu einem virtuellen und immersiven Erlebnis machen, denn er bietet Menschen – aufgrund seiner vielfältigen Inszenierungsmöglichkeiten – die idealen Voraussetzungen, in eine virtuelle Realität einzutauchen.
Koordiniert im Dachverband Tanz Deutschland und in Kooperation u.a. mit dem Deutschen Tanzfilminstitut, den Tanzensembles und Produktionshäusern verfolgen wir in diesem Ansatz das Konzept eines modular und sukzessiv wachsenden Netzwerks von deutschen Ballettensembles und Tanztheatern, die mediale Tanzproduktionen und Live-Aufführungen aus ihren Spielstätten per Stream verfügbar machen. Darüber hinaus wollen wir den Fokus erweitern und das Angebot durch On-Demand- und weitere Live-Inhalte, wie z.B. begleitende Dokumentationen, Blicke hinter die Kulissen des Theaterbetriebs oder aber exklusive Einblicke in die Arbeitsweisen von Künstler*innen und Tanzschaffenden anreichern und damit ein unverwechselbare mediales Kunsterlebnis schaffen.
Insbesondere soll die Präsentationen des aktuellen Tanzes in den Kontext der Tanzentwicklung gestellt werden, d.h. audiovisuelle, fotografische und textliche Dokumente des Tanzes sollen einen Kontext für die aktuellen Arbeiten bilden. Daher kommt beim Aufbau des Angebots den Tanzarchiven eine besondere Rolle zu. Gemeinsam mit dem Verbund deutscher Tanzarchive sollen auch die redaktionellen und rechtlichen Grundlagen für die öffentliche Präsentation des Material geschaffen werden.
Zu prüfen ist, ob weitere bestehende Inhalte – bereits vorhandene Tanzfilm-Produktionen, privatwirtschaftlich produziert oder aus den öffentlich-rechtlichen Sendern – ebenfalls eingebunden werden können.

 

Perspektive

Das Projekt Tanz Digital ist der Start einer langfristigen Arbeit an der medialen Präsentation des Tanzes. Der Fokus des aktuellen Projektes liegt auf der Erprobung und Entwicklung von Inhalten (medialen Tanzproduktionen) und der Grundlagenarbeit für Redaktion, rechtliche Klärungen, Nutzer*innen- und Produzent*innen-Communities.
Im Verlauf des Projektes sollen weitere Finanzierungmöglichkeiten entwickelt werden.

In der Ausschreibungsphase sollen künstlerische/mediale Produktionen (als künstlerische Adaption für eine Aufzeichnung bzw. Übertragung in den digitalen Raum) gefördert werden. Ziel ist es zudem, Erfahrungen von Künstler*innen und Produzent*innen in Workshops und kreativen Vermittlungsformaten an Tanzensembles, Theater und freie Tanzschaffende weiterzugeben.

Projektverlauf

Ausschreibung

Der Dachverband Tanz Deutschland ist Träger von tanz digital – Teil von NEUSTART KULTUR, des Rettungs- und Zukunftsprogramms der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.


Mit tanz digital sollen Tanzkünstler*innen, Tanzensembles und Institutionen des Tanzes (Spielstätten, Archive, Tanzschulen, Vermittlungsprojekte u.a.) in der medialen Präsentation künstlerischer Produktionen gestärkt werden.


Ziele des Projektes sind die Entwicklung innovativer choreografischer/künstlerischer Formate und die Erprobung neuer Aufnahme- und Produktionsformate – z.B. die Arbeit mit Bodycams, 3D- und 360°-Aufnahmetechniken, VR- und AR-Anwendungen, Streaming- und Video-on-Demand-Produktionen, Formatentwicklung für soziale Netzwerke und Gaming.


In diesem Rahmen ist es auch ein Anliegen, die Zusammenarbeit von Tanzkünstler*innen und Archive des Tanzes zu stärken. Daher sollen Projekte, die in Kooperation von Künstler*innen und Archiven entstehen, verstärkt gefördert werden. Dazu finden Sie hier Hinweise zu einer Zusammenarbeit mit einem Archiv des Tanzes.


Gefördert werden die medialen Umsetzungen tanzkünstlerischer und tanzpädagogischer / tanzvermittelnder Projekte. Zuwendungsfähig sind damit verbundenen Personal- und Honorarkosten, Rechtsklärung, Sachkosten und Anschaffungen und Kommunikationskosten.
Die Höhe der Förderung beträgt bis zu 30.000 €, für Kooperationen von Künstler*innen mit Archiven bis zu 40.000 €. Ein Eigenanteil von 10% barer Eigenmittel ist bei allen Projekten zu erbringen.


Die Antragstellung erfolgt über ein Antragsformular auf www.dachverband-tanz.de, einzureichen sind eine Projektbeschreibung und ein Finanzierungsplan. Anträge können ab dem 29. März gestellt werden.
Einreichungsfrist ist der 10. Mai 2021. Über die Bewerbungen entscheidet eine Jury aus Tanz- und Medienexpert*innen Mitte Juni 2021.
Die Projekt können in der Zeit von Anfang Juni bis Ende Dezember 2021 umgesetzt werden. Sie sollen auf einer technischen Plattform, welche vom DTD gemeinsam mit Mitgliedsverbänden entwickelt wird, präsentiert werden.

 

Technische Plattform

Im Rahmen des Projektes wird im DTD gemeinsam mit Mitgliedsverbänden und Institutionen (Tanzarchiven und weiteren Partnern) eine technische Plattform aufgebaut, um auf dieser und weiteren Plattformen präsentieren zu können.

 

Kontakt

Dachverband Tanz Deutschland
Julia Decker, Projektkoordination / Indra Genning, Projektmitarbeit
Mariannenplatz 2, 10997 Berlin
www.dachverband-tanz.de